Neue UnterstützerInnen: Positionspapier für menschenwürdiges Wohnen

Menschen, die auf der Suche nach Sicherheit, Perspektiven und einem ganz normalen Leben geflüchtet sind, sollten ein menschenwürdiges Asyl bekommen. Flucht und Migration sind häufig mit Traumata und Ängsten verbunden. Diese müssen bewältigt werden. Eine Unterbringung von Asylsuchenden in Sammelunterkünften, die wenig Raum für Privatsphäre sowie für Kontakte außerhalb des Heimes (zu)lässt und sich fernab jeglicher sozialer Infrastruktur befindet, ist daher aus medizinischen und humanitären Gründen unangemessen

Zunächst ist es sinnvoll, dass die Stadt ein zentrales, kleines Heim zur Orientierung bereithält, um neu ankommenden Asylsuchenden eine Unterkunft zu gewähren. Denn die Menschen brauchen Zeit, um sich in der Stadt zurechtzufinden, Behördengänge zu erledigen und andere persönliche, sprachliche oder gesundheitliche Probleme bewältigen zu können. Hierfür muss professionelle Betreuung sichergestellt sein. Die Dauer der Unterbringung sollte etwa 6 Monate betragen. Erfahrungen zeigen, dass das Zusammenleben mit so vielen Menschen auf engem Raum über größere Zeiträume unweigerlich zu Problemen führt. Deswegen ist es zentrales Anliegen des Bündnisses, dass so vielen Menschen wie möglich die dezentrale Unterbringung in privaten Wohnungen ermöglicht wird. Dies befähigt zudem die Menschen, ihr Leben weitgehend selbst zu bestimmen und Kontakt zur Leipziger Gesellschaft zu bekommen.

Das Bündnis besteht aus namhaften Vereinen, Verbänden, Initiativen und Einzelpersonen, welche die Stadt Leipzig bei dieser Zielsetzung aktiv und langfristig unterstützen möchten. Viele der Beteiligten haben bereits langjährige Erfahrungen mit der Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden. Diese Kompetenzen sowie das Bewusstsein über die Notwendigkeit, bestehende Lebensbedingungen von asylsuchenden Menschen zu verbessern, einigt das Bündnis. Wir appellieren daher an die Stadträtinnen und Stadträte, im Interesse der Asylsuchenden und der Bewohner/innen der Stadt, die Möglichkeiten der breiten Zusammenarbeit zu nutzen, gemeinsam ein Unterbringungskonzept zu erstellen und eine bestmögliche Lösung herbeizuführen. Zumal Leipzig eine weltoffene Stadt ist und bleiben soll.

Leipzig, April 2010

Bisherige Unterstützer/innen:

Abschiebehaftgruppe
Bon Courage e.V.
BürgerInneninitiative Buntes Reudnitz
DGB – Region Leipzig/Nordsachsen
Migrationsberatung DRK- Sinja Walther
Eurient. e.V.
Flüchtlingsrat Leipzig e.V.
Gesellschaft für Völkerverständigung e.V.
Initiativkreis für die Integration von Asylbewerber/innen
Kampagne gegen Ausgrenzung von AsylbewerberInnen Dresden
LExil
LinXXnet e.V.
Machtlos e.V.
Medinetz Leipzig
Micha-Initiative Leipzig
Naomi e.V.
Netzwerk für Demokratie und Courage e.V.
Pfarrer Bernhard Stief (Gemeinde St. Nikolai)
RAA Leipzig (Regionale Arbeitsstelle für Ausländerfragen)
Sächsischer Flüchtlingsrat

>>> download Positionspapier Für menschenwürdiges Wohnen als pdf


3 Antworten auf „Neue UnterstützerInnen: Positionspapier für menschenwürdiges Wohnen“


  1. 1 DRK Kreisverband Leipzig-Stadt e.V. 16. April 2010 um 10:21 Uhr

    Hallo,

    hiermit möchten wir uns gerne als Unterstützergruppe des „Positionspapiers für menschenwürdiges Wohnen“ eintragen lassen.

    Viele Grüße

    Sinja Walther
    -Migrationsberatung DRK-

  1. 1 Konzept für Unterbringung von Asylsuchenden und Geduldeten – aber wie? : Juliane Nagel Pingback am 11. April 2010 um 23:18 Uhr
  2. 2 Stadträtinnen und Stadträte entscheiden über die Zukunft der Unterbringung von Asylsuchenden in Leipzig « Initiativkreis für die Integration von AsylbewerberInnen in Leipzig Pingback am 14. Juni 2010 um 21:36 Uhr
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