PM des Initiativkreis „No Heim“ zum Konzept “Wohnen für Berechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Leipzig” der Stadtverwaltung vom 08.05.2012

++++ Der Initiativkreis „No Heim“ positioniert sich zum aktuellen Konzept der Stadt ++++ Tendenz zur Verbesserung der Wohnsituation erkennbar, jedoch kritikwürdig ++++

Im aktuellen Unterbringungskonzept der Stadt ist nach Einschätzung des Initiativkreises „No Heim“ der Anspruch auf weitestgehende dezentrale Unterbringung in Wohnungen nur unzureichend erfüllt. Gefordert wird die Gleichstellung von Flüchtlingen und Asylsuchenden – dazu gehört, dass die Stadt sich in ihrem Konzept für die dezentrale Unterbringung in Wohnungen positioniert und die Möglichkeit dazu vom Land Sachsen einfordert.
„Wir erkennen an, dass das städtische Konzept eine positive Entwicklung in der Unterbringung andeutet. Besonders aber die beabsichtigte Sammelunterkunft in Grünau und die abgeschiedene Lage einiger Standorte widersprechen der von der Stadtverwaltung erklärten verbesserten Integration.“ argumentiert Johannes Hecht, ein Sprecher des Initiativkreises. „Vor allem aber ist nicht gewährleistet, dass den Asylsuchenden und Flüchtlingen Privatsphäre ermöglicht wird, die angestrebte Mindestwohnfläche von 7,5 qm pro Person ist dafür zu klein. Gerade aber Menschen, die aus Angst um ihr Leben und das ihrer Familie geflüchtet sind, brauchen Privatsphäre – so wie sie jedem Menschen in Europa zusteht.“ so Hecht weiter. Für begrüßenswert hält der Initiativkreis aber in jedem Falle die Ausweitung und Sicherstellung von sozialer Betreuung – moniert aber, dass Asylsuchende und Flüchtlinge nicht in die Erstellung des Konzeptentwurfs einbezogen wurden.
„Das Hauptproblem ist, dass Asylsuchende nicht arbeiten dürfen und sich nicht frei bewegen dürfen. Wenn sie auch noch nicht wählen können, wo und mit wem sie wohnen, dann gleicht ihre Situation fast dem Gefängnis aus dem sie eigentlich geflohen sind.“ kommentiert Hecht die Gesamtsituation.

Der Initiativkreis „No Heim“ engagiert sich seit 2009 für eine menschenwürdige Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen in Leipzig. Bereits bei der im Jahr 2009 geplanten Unterbringung in „Systembauweise“ (Containerbauweise) in der Wodanstraße, forderte der Initiativkreis von der Stadt Leipzig die Möglichkeit der weitestgehend dezentralen Unterbringung in eigenen Wohnungen.