Asylverfahrensgesetz
Im Asylverfahrensgesetz (AsylVfG) § 53 Absatz (1) Satz 1 heißt es:

„Ausländer, die einen Asylantrag gestellt haben und nicht oder nicht mehr verpflichtet sind, in einer Aufnahmeeinrichtung zu wohnen, sollen in der Regel in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden. Hierbei sind sowohl das öffentliche Interesse als auch Belange des Ausländers zu berücksichtigen.“

Das heißt, sie sollen in der Regel im Asylbewerberheim wohnen, müssen aber in Abweichung von der Regel nicht unbedingt im Asylbewerbereim wohnen. Im juristischen Sprachgebrauch heißt das „tendenzielle Sollanordnung“. Kreise und Gemeinden sind zur Aufnahme der ihnen zugewiesenen Flüchtlinge verpflichtet. Wie sie dieser Verpflichtung nachkommen, entscheiden sie in eigener Verantwortung.

Auch das öffentliche Interesse spricht für die dezentrale Unterbringung, da dies der Integration förderlich ist und Kosten senken kann. Sollen die Belange „des Ausländers“ berücksichtigt werden, muss sogar die dezentrale Unterbringung aus humanitären Gründen eingeführt werden.

Sächsisches Flüchtlingsaufnahmegesetz

Auch das Sächsische Flüchtlingsaufnahmegesetz (SächsFlüAG) schreibt die Unterbringung in Heimen nicht zwingend vor. Dort heißt es in § 3 Absatz (1):

„Unterbringungseinrichtungen sind:
* 1.Aufnahmeeinrichtungen nach § 44 Abs. 1 AsylVfG und § 15a Abs. 3 AufenthG,
* 2.Gemeinschaftsunterkünfte,
* 3.sonstige Unterkünfte..“

Also auch in Sachsen erlaubt die Landesregierung „sonstige Unterkünfte“, also auch normale Wohnungen. In § 3 SächsFlüAG Absatz (4) heißt es außerdem: „Die Landkreise und Kreisfreien Städte können die Benutzung der Unterbringungseinrichtungen nach Absatz 1 Nr. 2 und 3 durch Satzung regeln.“

Das Sächsische Innenministerium beschränkt diese Möglichkeit allerdings wieder.
Laut Erlass vom 31.01.2001 (Az.: 46-1341.20/1) sollen Asylbewerber und geduldete Ausländer im Einzelfall außerhalb einer Gemeinschaftseinrichtung untergebracht werden, wenn amtsärztlich aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung zur Besserung des Gesundheitszustandes, zur Ermöglichung der vollständigen Genesung oder aus humanitären Gründen die Unterbringung außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft empfohlen oder vorgeschlagen worden ist.